Venenleiden

Varizen/Krampfadern

Krampfadern sind nicht nur unschön, diese meist genetisch bedingten erweiterten Hautvenen am Bein führen durch nicht mehr richtig schließende Venenklappen zu einem krankhaften Einstrom verbrauchten Blutes in das Bein bis hinab zur Knöchelregion. Dies kann zu Schwellungserscheinungen, meist am Abend oder bei warmer Witterung führen. Ursache ist die Druckerhöhung in den unteren Venen, dadurch erhöht sich der Filtrationsdruck der Venen und es bildet sich vermehrt Gewebswasser. Morgens ist dieses oft wieder verschwunden, da das nächtliche Liegen zu einer Druckverminderung führt.

Patienten berichten häufig über Schweregefühl in den Beinen, welches im Lauf des Tages zunimmt, sowie über Verfärbungen in der Knöchelregion. Neben bläulichen Verfärbungen kommen auch bräunliche Pigmentierungen häufig vor, diese sind Folge vermehrter Ablagerung von Eisen aus den roten Blutkörperchen in der Haut. Diese Prozesse stören insgesamt die Hautdurchblutung, da der venöse Stau sich bis in das Kapillarbett fortsetzt. Die Haut wird dadurch dünner und verletzlicher , sie fängt an zu jucken und schuppen. Nach einiger Zeit kann die Haut zu Grunde gehen, es bilden sich offene Stellen, oft in der Innenknöchel-, manchmal auch an der Außenknöchelregion, das offene Bein. Doch soweit muss man es gar nicht erst kommen lassen. Eine rechtzeitige Therapie der Krampfadern schafft Abhilfe und schützt vor dem offenen Bein.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Gemeinsames Prinzip der Krampfaderbehandlung ist die Verhinderung des venösen Rückflusses in das Bein.

Bei der offenen chirurgischen Therapie, dem Babcock – Stripping, welches vor über 110 Jahren entwickelt wurde, wird die Krampfader mit Schnitten von der tiefen Vene getrennt und abgebunden, schließlich mit Sonden aus dem Körper herausgezogen. Nachteil der offenen chirurgischen Therapie ist die recht hohe Rate an Rezidivvarizen (neuauftretenden Krampfadern). In Studien wird die Häufigkeit je nach Veranlagung mit bis zu 50 % nach fünf Jahren angegeben. Häufig entstehen die neuen Kampfadern an der Stelle, an der die Schnitte angesetzt wurden. Nach internationalen Untersuchungen (Society for Vascular Surgery und American Venous Forum) beträgt die Rate an Nervenschäden mit der Folge von Taubheitsgefühlen oder brennenden Schmerzen bei Stripping Therapie am Oberschenkel 7% und bei Behandlung bis zum Knöchel 39%.

Aufgrund dieser Nachteile wurden in den letzten Jahren auch schonendere endoluminale (endoluminal = vom Gefäßinneren) Verfahren entwickelt.

Die endoluminalen Verfahren kommen ohne die lästigen Schnitte, welche in den meisten Fällen unter Vollnarkose erfolgen müssen, aus. Dabei wird das kranke Gefäß von innen ohne Schnitte verschlossen, der Rückfluss in das Bein wird beseitigt, der Körper baut den Rest der Vene von selbst ab.

Welche endoluminalen Verfahren gibt es?

Die kranke Vene kann mit oder ohne Anwendung von Hitze verschlossen werden.

Verfahren die thermische Energie (Hitze) verwenden sind: die Radiofrequenztherapie (z. B. Venefit/Closure fast), die Laserkoagulation von innen sowie die Heißdampfanwendung.

Dabei muss unter örtlicher Betäubung in die Vene eingegangen werden, ein Katheter wird in diese eingeführt, darüber kann die thermische Energie über die verschiedenen Verfahren eingebracht werden. Zur Schonung des umliegenden Gewebes und insbesondere den Nervenstrukturen müssen diese durch eine Tumeszenzanästhesie gekühlt werden.

Nichtthermische Verfahren benötigen dies dagegen nicht und sind daher noch schonender, sie verwenden zum Beispiel Verödungstechniken, wie die Aethoxysklerol-Schaumsklerosierung, die sich insbesondere in der Therapie von kleinen und mittelgroßen Krampfadern bewährt hat. Die Sklerosierung mit hochprozentigen Kochsalzlösungen (NaCl) ist dagegen eine sehr alte Methode, die seit einigen Jahren in Deutschland bei einigen Ärzten eine Renaissance erfährt. Sie ist schlechter steuerbar als die Schaumsklerosierung und auch nicht "natürlicher", da hochprozentiges Kochsalz in den Venen giftig ist. Für große Venen ist diese Methode wenig empfehlenswert.

Das neueste und modernste Verfahren zur nichtthermischen Behandlung großer Krampfadern wie beispielsweise der Stammvenen (Vena saphena magna = von der Leiste an der Innenseite des Beines bis in die Innenknöchelregion herabziehend, Vena saphena parva = von der Kniekehle auf der Rückseite des Unterschenkels bis zum Außenknöchel ziehend) stellt die Venaseal Closure Therapie dar.

Dabei wird die Krampfader durch ein modernes medizinisches Adhäsiv von innen sicher und effektiv verschlossen, eine Narkose oder Schnitte sind dafür nicht notwendig. Der Rückfluss in das Bein ist dadurch sofort beseitigt, der Körper baut die Vene im Verlauf von selbst ab. Die Nachhaltigkeit dieser Methode ist hervorragend, Studien zeigen, dass nach drei und nach fünf Jahren die Verschlussrate der Vene bei circa 96 % liegt. Die Patientenschonung ist ausgezeichnet, üblicherweise ist weder Narkose noch Sedierung notwendig, dass kosmetischen Ergebnis schon nach kurzer Zeit hervorragend. Das Adhäsiv-Material ist lange erprobt und bereits seit annähernd 50 Jahren in der medizinischen Anwendung.

Wie kann man sonst noch helfen?

Auch das Tragen eines angepassten, medizinischen Kompressionsstrumpfes mindestens der Klasse II kann den Rückwärtsfluss in das Bein vermindern, die Strümpfe müssen dann allerdings regelmäßig (lebenslang) getragen werden.

Empfehlenswert ist in jedem Fall regelmäßige Bewegung, langes Sitzen oder Stehen sollte möglichst vermieden werden.

Das Auftragen von Salben und Cremes ("Venensalbe") lässt leider weder eine Vene oder Besenreiser kleiner werden, noch verschwinden. Das Gleiche gilt leider für die Einnahme von Tabletten und anderen Mitteln beispielsweise mit rotem Weinlaub, Mäusedornextrakt sowie anderen "natürlichen" Substanzen. Diese werden mit Millionenumsatz beworben und verkauft, bleiben die Wirkung jedoch schuldig.

Wie lauten die internationalen Therapieempfehlungen?

In den englischsprachigen NICE – Guidelines gibt es folgende Empfehlung zur Therapie behandlungsbedürftiger Krampfadern:
  1. Erste Wahl ist endoluminale Therapie
  2. Zweite Wahl ist die Schaumsklerosierung
  3. Dritte Wahl ist die offene chirurgische Therapie.
  4. Wenn diese Verfahren nicht verfügbar sind ist die vierte Empfehlung das Tragen von Kompressionsstrümpfen.

Wie können wir Ihnen konkret helfen?

Falls die Krampfadersituation bei ihnen eine Therapie notwendig macht und das Tragen von Kompressionsstrümpfen nicht möglich ist oder nicht gewünscht wird, planen wir zusammen mit Ihnen gern einen schonenden Eingriff.

Unsere Empfehlung zur Therapie insuffizienter Stammvenen ist die Behandlung mit dem besonders schonenden Venaseal Closure Verfahren. Aufgrund der besonders hohen Effektivität und optimalen Patientinschonung hat dieses Verfahren in den letzten zwei Jahren bei uns die anderen Therapieverfahren weitgehend verdrängt, bei unseren Patienten ist Venaseal eindeutig die Nummer 1 geworden. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Die Therapie insuffizienter Perforansvenen, zum Beispiel auf der Innen- oder Außenseite des Unterschenkels kann besonders gut mit der kurzen Closure fast RFS Sonde erfolgen (der aktuelle einzig zulässigen Sonde in Deutschland). Mit dieser kann die Vene subfaszial (unter der Muskelfaszie) verschlossen werden. Dadurch ist die Verschlussrate nach zwei Jahren durch Studien nachgewiesen wesentlich besser als bei der chirurgisch offenen Durchtrennung oberhalb der Faszie. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Zur Therapie kleiner und mittelgroßer Venen empfehlen wir die Behandlung mit der Mikroschaumsklerosierung. Hier zu sind je nach Ausdehnung meist mehrere Sitzungen notwendig.

Je nach Ausprägung der individuellen Krampfader Situation können diese Methoden auch miteinander kombiniert werden.

All diese Verfahren sind ohne großen Aufwand ambulant mit sehr geringer Patientenbelästigung und ohne Notwendigkeit einer Narkose einzusetzen. Bei manchen Verfahren kann anschließend sogar sofort auf die Anwendung eines Kompressionsstrumpfes verzichtet werden, der Sport kann dabei oftmals bereits am nächsten Tag wiederaufgenommen werden. In den meisten Fällen entstehen keine oder nur minimale Ausfallzeiten, viele Patienten können direkt nach der Intervention sofort zu ihrer Arbeit zurückkehren. Sie können mit dem eigenen Kraftfahrzeug an- und direkt nach der Behandlung auch wieder abreisen.

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